Mit Manie Stoltz ist erstmals ein Mann aus Südafrika beim Verein Operation Friendship Bayern in Neustadt/WN zu Gast. Im nächsten Jahr will er einen offiziellen Austausch mit dem afrikanischen Land organisieren.

Erstmals nahm ein Südafrikaner an einem Austausch von Operation Friendship Bayern teil. Der Südafrikaner Manie Stoltz (hintere Reihe, Fünfter von rechts) wird nach seiner Rückkehr nach Johannesburg "Operation Friendship Südafrika" gründen. Gerhard Steiner (links) langjähriger Vorsitzender von OF International führt die Teilnehmer in englischer Sprache durch die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg.

Eingefädelt hat den Besuch Florian Steiner. Der Neustädter ist Lehrer an der Ludwig-Erhard-Berufsschule in Fürth. Im Rahmen eines Austausches besuchte er die Partnerschaftsschule der Fürther, ein College in der Nähe von Johannesburg. Dort lernte er Manie Stoltz, den Partnership-Manager und Organisator des Austausches, kennen. Da Florian Steiner und seine gesamte Familie seit Jahrzehnten glühende Anhänger der Austauschprogramme von Operation Friendship (OF) sind, erzählte er Stoltz davon.

Generell widmet sich Operation Friendship der Förderung internationaler Freundschaften und des gegenseitigen Verständnisses zwischen Jugendlichen und Erwachsenen. Der Südafrikaner war begeistert von der Idee und kam nach regem E-Mail-Verkehr und vielen Informationen über OF auf Einladung der Familie Steiner zu einem aktuellen Austausch nach Neustadt. Bis zum 12. August organisierten Felix Steiner, der Vorsitzende von OF Bayern, und er ein Programm für sieben Jugendliche aus den USA und Schottland, an dem auch Stoltz teilnahm.

Er war von dem Programm so angetan, dass er nach seiner Rückkehr nach Südafrika "Operation Friendship Südafrika" gründen will. Dann stellt er den Antrag an OF International zur Aufnahme in die Organisation. "Dem wird dann bei der nächsten internationalen Tagung zu Ostern zugestimmt werden", freute sich Steiner, der bis 2021 Vorsitzender von OF International war. So kann dann im Sommer 2025 der erste Besuch von OF Bayern in Südafrika schon als offizielle OF-Maßnahme durchgeführt werden.

Stoltz hat dafür auch schon einige Ideen. Er will unter anderem eine drei- bis viertägige Safari in einem der Nationalparks organisieren. "Dort werden wir die ,Big five', die fünf größten Tiere Afrikas sehen". Auf jeden Fall wird auch ein Besuch in Mandela-House in Soweto, dem Stadtteil von Johannesburg, in dessen Straßen nur 200 Meter voneinander entfernt mit Nelson Mandela und Bischof Desmond Tutu zwei Friedensnobelpreisträger lebten, Teil des Programms sein.

Ein Problem stellt für Florian Steiner das Schulsystem in Südafrika dar. Da die Austauschprogramme in den Sommerferien stattfinden und dort an den Privatschulen teils drei oder vier Semester absolviert werden müssen, ist es nicht einfach, einen passenden Termin zu finden. Außerdem ist zu dieser Zeit Winter in Südafrika. "Die Temperaturen liegen aber tagsüber bei 25 Grad", informierte Stoltz.

Auch Felix Steiner, der Vorsitzende von OF Bayern, ist guter Dinge, dass der Austausch nächstes Jahr klappen wird. Die Teilnehmer an dem Programm im nächsten Jahr, das Anfang August sein soll und 16 Tage dauern wird, sollten 16 bis 18 Jahre alt sein und auch bereit sein, beim Gegenbesuch 2026 einen Jugendlichen aus Südafrika aufzunehmen.

Die Kosten liegen wie bei den Austauschprogrammen mit den USA bei rund 1200 Euro. Spontan haben sich zwei Jugendliche von den diesjährigen Gastfamilien für diesen Austausch gemeldet. Weitere Anmeldungen nimmt Felix Steiner per Mail unter felix.steiner@posteo.de entgegen.