
Im Mittelpunkt der diesjährigen internationalen Tagung von Operation Friendship im schottischen Glasgow standen vor allem die Austauschmaßnahmen für diesen Sommer. Die Vertreter der Neustädter Delegation waren Ortsvorsitzender und gleichzeitig internationaler Schriftführer Felix Steiner, zweiter Ortsvorsitzender Manuel Würth, Gerhard Steiner mit Ehefrau Annemarie sowie Sandro Stefinger mit Tochter Viktoria
Ein Sommer voller Begegnungen
Junge Menschen aus den USA erleben den Landkreis Neustadt hautnah – doch dafür braucht es engagierte Gastfamilien. Jetzt bietet sich die Chance, internationale Freundschaften direkt vor der eigenen Haustür zu schaffen.
Wenn Ende Juli junge Amerikaner in den Landkreis Neustadt reisen, geht es um weit mehr als einen klassischen Besuch. Es ist ein Austausch, der Kulturen verbindet und persönliche Eindrücke schafft, die weit über Schulbücher hinausgehen.
Vom 31. Juli bis 18. August erwartet die Jugendlichen ein abwechslungsreiches Programm: Städte wie München und Regensburg stehen ebenso auf dem Plan wie beeindruckende Ausflüge zu den Schlössern Neuschwanstein und Linderhof. Auch regionale Highlights – etwa der Ochsenkopf mit Sommerrodelbahn oder der Freizeitpark Monte Kaolino – sorgen für unvergessliche Erlebnisse.
Doch das eigentliche Herzstück dieses Austauschs sind die Gastfamilien. Sie ermöglichen den jungen Gästen einen authentischen Einblick in den Alltag vor Ort – vom gemeinsamen Abendessen bis hin zu ganz normalen Tagesabläufen.
Warum Gastfamilien jetzt besonders wichtig sind
In diesem Jahr steht das Austauschprogramm vor einer besonderen Herausforderung: In mehreren Mitgliedsländern ist es zunehmend schwierig geworden, ausreichend Gastfamilien zu finden. Zwei Länder mussten ihre Teilnahme sogar kurzfristig absagen.
Für die Jugendlichen aus den USA hätte das beinahe bedeutet, auf ihre Reise verzichten zu müssen – obwohl sie sich ein ganzes Jahr lang engagiert haben, um diese zu ermöglichen.
Umso wichtiger ist nun die Unterstützung vor Ort. Der Verein Operation Friendship Bayern hat sich bereit erklärt, zusätzliche Teilnehmer aufzunehmen – und setzt dabei auf die Offenheit und Hilfsbereitschaft der Menschen in der Region.
Mehr als ein Aufenthalt – ein Blick über den Tellerrand
Ein Austausch wie dieser schafft Perspektiven. Wenn Jugendliche gemeinsam Ausflüge unternehmen, Gedenkstätten besuchen oder bei Freizeitaktivitäten ins Gespräch kommen, entstehen Verbindungen, die oft ein Leben lang halten.
Beispiele aus dem Programm zeigen, wie vielfältig diese Begegnungen sind:
-
Der Besuch der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg regt zur gemeinsamen Auseinandersetzung mit Geschichte an
-
Aktivitäten wie Wanderungen oder Thermenbesuche fördern den persönlichen Austausch
-
Offizielle Empfänge, etwa durch den Landrat, vermitteln Einblicke in politische und gesellschaftliche Strukturen
Gerade diese Mischung aus Erlebnis und Bildung macht den Austausch so wertvoll.
Blick nach vorn: Neustadt als Gastgeber 2027
Ein weiteres Highlight steht bereits fest: Vom 31. März bis 4. April 2027 wird die internationale Tagung erneut im Landkreis Neustadt stattfinden.
Für den Verein bedeutet das jedoch auch eine große organisatorische und finanzielle Aufgabe. Da es für diese Veranstaltung keine Fördermittel gibt, ist man auf Spenden angewiesen, um den internationalen Gästen ein würdiges Programm bieten zu können.
Persönliches Engagement und gelebte Tradition
Ein besonderes Zeichen für die Bedeutung des Austauschs ist die Ernennung von Gerhard Steiner zum stellvertretenden Vorsitzenden. Für ihn schließt sich damit ein Kreis: Bereits vor 50 Jahren war er selbst als Betreuer im Rahmen von Operation Friendship aktiv.
Mit der Übergabe der „Flamme der Freundschaft“ wurde ihm nun eine symbolträchtige Aufgabe übertragen: Diese wird zur Tagung 2027 in Neustadt wieder entzündet – als Zeichen für Kontinuität, Engagement und internationale Verbundenheit.

Jetzt Gastfamilie werden
Wer Teil dieses besonderen Projekts werden möchte, kann sich unkompliziert melden. Gesucht werden Familien, die bereit sind, für rund zweieinhalb Wochen einen jungen Gast aufzunehmen.
Der Aufwand ist überschaubar – der Gewinn an Erfahrungen jedoch enorm. Viele Gastfamilien berichten von langjährigen Freundschaften, die weit über den Austausch hinaus bestehen bleiben.
Interessierte Familien sollten sich bitte umgehend melden bei Felix Steiner unter felix.steiner@posteo.de